Letzte Ă„nderung: 15. Juni 2015

Erste Yale - Humboldt Consumer Law Lecture 2014

 

 

Die erste Yale-Humboldt Consumer Law Lecture fand am Freitag, den 6. Juni 2014 ab 14 Uhr im Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin statt. Die Veranstaltungsreihe wurde von Frau Prof. Augenhofer ins Leben gerufen, um den transatlantischen Dialog im Bereich des Verbraucherrechts zu fördern. Für die diesjährige Auftaktveranstaltung konnten von der Yale Law School Frau Prof. Roberta Romano, Herr Prof. Daniel Markovits und Herr Prof. Alan Schwartz als Gäste gewonnen werden. Sie hielten Vorträge zu folgenden Themen:

Prof. Daniel Markovits: Sharing Ex Ante and Sharing Ex Post

Prof. Roberta Romano: The Consumer Financial Protection Bureau and the Iron Law of Financial Regulation

Prof. Alan Schwartz: The Rationality Assumption in Consumer Law

 

In seiner Begrüßungsrede hob Herr Prof. Dr. Frensch, Vizepräsident der HU für Forschung, die Bedeutung der Kooperation zwischen der Humboldt-Universität und der Yale Law School im Bereich des Verbraucherrechts hervor, gerade angesichts der aktuellen Debatte um das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA.

Anschließend stellte Herr Dr. Metz vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz die verbraucherpolitische Agenda des BMJV für diese Legislaturperiode vor, die sich auf die Stärkung der Verbraucherrechte und ihrer Durchsetzung konzentriert.

Wie von Frau Prof. Augenhofer in ihrer Begrüßung angekündigt, deckten die drei Lectures die ganze Breite der Rechtsgebiete ab, die Verbraucherinteressen berühren.

Herr Prof. Schwartz ging in seinem Vortrag "Regulating for Rationality" auf die Frage ein, welchen Typus von Verbraucher der Gesetzgeber seiner Regulierung zugrunde legen sollte. Soweit noch keine ausreichenden empirischen Belege für das Gegenteil vorlägen, solle an der traditionellen rationality assumption festgehalten und damit von einem rationalen Verbraucher ausgegangen werden.

In dem zweiten Vortrag von Frau Prof. Romano unter dem Titel "The Consumer Financial Protection Bureau and the Iron Law of Financial Regulation" ging es ebenfalls um Fragen guter Regulierung, konkret im Bereich des Verbraucherfinanzrechts am Beispiel des durch den Dodd-Frank Act gegründeten Consumer Financial Protection Bureau. Wenn Maßnahmen als schnelle Reaktion auf Krisen ergriffen würden, blieben sie trotz der dünnen Informationsbasis zumeist dauerhaft bestehen. Um die Effektivität solcher Regulierung zu erhöhen, schlug sie daher vor, erstens Regulierungsmaßnahmen mit einem „Verfallsdatum“ zu versehen und zweitens die Regulierungsbehörde zu ermächtigen, Ausnahmen zu erlauben, um so die Sachdienlichkeit der Regulierung in Feldexperimenten prüfen zu können.

In der letzten Lecture "Sharing Ex Ante and Sharing Ex Post" stellte Herr Prof. Markovits sein Modell der Treuhand vor. Anders als in vertraglichen Beziehungen, die auf das Erreichen eines bestimmten Zwecks abzielten, stellten in der Treuhand die Loyalitäts- und Sorgfaltspflichten selbst den Vertragszweck dar, auch wenn diese möglicherweise rechtlich nicht durchsetzbar seien.

 

Für Studierende und Doktoranden der HU Berlin wurde ein Kolloquium im Rahmen der YHCLL angeboten. An drei Nachmittagen fand ein Workshop mit anschließender vertiefender Diskussion mit den jeweiligen Professorinnen und Professoren statt. Nähere Informationen zum Ablauf finden sie hier.